Ein neues Quartier ist immer eine Chance, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 75 „Steinebach – Wohnen am Quartiersplatz“ hat der Ortsverband der Grünen Wörthsee eine detaillierte Stellungnahme eingereicht. Unser Ziel ist klar: Wir wollen eine zukunftsorientierte, klimaresiliente und nachhaltige Gemeindeentwicklung.
Damit das neue Wohnprojekt nicht nur heutigen Standards entspricht, sondern auch den künftigen Herausforderungen des Klimawandels gewachsen ist und sich an den Bedürfnissen der Zielgruppe von 50+ Jahren orientiert, schlagen wir die verbindliche Aufnahme von fünf Kernpunkten in die textlichen Festsetzungen des Bebauungsplanes vor:
Das Schwammstadt-Prinzip für ein wasserbewusstes Quartier
Um Trinkwasser zu schonen und das Quartier gegen Starkregen abzusichern, fordern wir eine Pflicht zur Errichtung von Regenwasser-Rückhalteanlagen (Zisternen). Das Wasser soll verpflichtend für die Bewässerung von Grünflächen und den Quartiersplatz sowie als Brauchwasser in den Gebäuden genutzt werden. Zudem muss die Versiegelung minimiert und die Versickerungsfähigkeit der Flächen maximiert werden.
Zukunftsfähige Mobilität durch E-Infrastruktur
Zukunftsorientierung bedeutet auch, die notwendige Ladeinfrastruktur für E-Autos zu schaffen. Wir fordern daher, dass alle Tiefgaragen- und Besucherparkplätze vollumfänglich mit der notwendigen Leitungsinfrastruktur und Netzanschlusskapazitäten ausgestattet werden, um den sofortigen oder späteren Einbau von Ladepunkten (Wallboxen) zu ermöglichen.
Nachhaltige und kreislauffähige Baustoffe
Um den CO2-Fußabdruck bereits beim Bau zu senken, setzen wir uns für verbindliche Vorgaben bei den Tragwerken und Fassaden ein. Wir fordern den vorrangigen Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, wie etwa Holzbauweisen, oder die verpflichtende Nutzung von Recycling-Beton (R-Beton).
Ökologischer Ausgleich direkt vor Ort
Für den Neubau müssen zahlreiche mittelalte Bäume weichen. Der ermittelte Ausgleichsbedarf sollte daher nicht nur bilanziell über ein Ökokonto gelöst werden. Wir schlagen vor, einen Teil des Ausgleichs ortsnah im Plangebiet umzusetzen – insbesondere durch zusätzliche Baumstandorte im Bereich des Cafés und des Vorplatzes. Das steigert die Aufenthaltsqualität und sorgt für die notwendige Verschattung.
Klimaresiliente Bepflanzung
Angesichts zunehmender Hitze- und Dürreperioden fordern wir die verbindliche Festsetzung von Baum- und Gehölzarten, die standortgerecht sind und dem Klimawandel standhalten.
Wir sind überzeugt, dass diese Maßnahmen Wörthsee eine regionale Vorbildfunktion im nachhaltigen Bauen verschaffen kann. Wir werden die Abwägung der Gemeinde im weiteren Verfahren begleiten und informieren über die Ergebnisse hier auf unserer Website.