Wie schützen wir unseren See?

See

Warum ein gesunder See wichtig ist

Ein gesunder (Wörth)See bietet eine vielfältige und intakte Tier- und Pflanzenwelt, eine hohe Badequalität, sauberes Trinkwasser und einen langfristigen Schutz des gesamten Ökosystems. Für uns alle bedeutet das Lebensqualität und Erholung. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, können wir mit wenig Aufwand einen wichtigen Beitrag leisten.

Zigarettenkippen: Unsichtbare Gefahr für Gewässer

Das Entsorgen von Zigarettenkippen in und rund um den See ist hochgefährlich. Ein einziger Zigarettenstummel kann bis zu 60 Liter Grundwasser durch Nikotin, Schwermetalle und Teer vergiften und sogar bis zu 1000 Liter Wasser mit Nikotin belasten. Dies schadet kleinen Wasserlebewesen wie Wasserflöhen und kann ganze Lebensräume zerstören.

  • Zigarettenkippen bestehen aus Kunststoff (Celluloseacetat), der kaum abgebaut wird und zu Mikroplastik zerfällt.
  • Die enthaltenen Giftstoffe fördern das Wachstum von giftigen Blaualgen und gefährden das gesamte Ökosystem.

Die Auswirkungen sind gravierend:

  • Hohe Toxizität: Schon eine Kippe pro Liter Wasser kann kleine Wasserorganismen töten und ist für Fische in hoher Konzentration tödlich.
  • Gifte im Wasser: Über 4.000 chemische Verbindungen, darunter Arsen, Blei und Nikotin, werden ausgewaschen.
  • Mikroplastik: Die Filter zerfallen in Kunststofffasern und belasten die Umwelt über Jahre.
  • Ökologische Folgen: Schadstoffe führen zu Verhaltensänderungen und Genschäden bei Wassertieren; das Wachstum von giftigen Blaualgen wird gefördert, da ihre natürlichen Gegenspieler (Pilze) gehemmt werden.

Tipp: Nutzt (Taschen-)Aschenbecher und entsorgt den Inhalt im Restmüll!

Sonnencreme verantwortungsvoll verwenden

Viele Sonnencremes enthalten chemische UV-Filter wie Oxybenzon und Octocrylen, die in Gewässern schädlich sind. Jährlich gelangen bis zu 14.000 Tonnen davon in die Meere und auch in Badeseen, wo sie Korallen ausbleichen, Algen schädigen, die Fortpflanzung von Fischen beeinträchtigen und sich in Organismen anreichern.

  • Chemikalien schädigen Fische, Seeigel und Muscheln, beeinträchtigen deren Entwicklung, Leber und Gehirn.
  • Einige Stoffe wirken hormonell und führen zur „Verweiblichung“ von Fischen.
  • Octocrylen und andere Filter wurden weltweit in Korallenriffen, der Karibik und der Ostsee nachgewiesen.
  • Auch wasserfeste Cremes lösen sich im Wasser; besonders in Seen mit geringem Wasseraustausch reichern sich Schadstoffe an.

Was kann man tun?

  • Mineralische Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid nutzen, die weniger schädlich sind.
  • Mindestens 30 Minuten vor dem Schwimmen eincremen.
  • Auf Produkte ohne Oxybenzon, Octinoxat und Octocrylen achten.
  • UV-Kleidung tragen, um den Bedarf an Sonnencreme zu reduzieren.

Abfall vermeiden und richtig entsorgen

Essensreste und Abfall schaden Gewässern, bringen das Ökosystem aus dem Gleichgewicht, verschmutzen das Wasser und gefährden Tiere und Menschen.

Die Auswirkungen sind:

  • Sauerstoffmangel (Eutrophierung): Essensreste werden im Wasser abgebaut, wobei viel Sauerstoff verbraucht wird – Fische und andere Lebewesen können ersticken.
  • Überdüngung: Nährstoffe führen zu Algenblüten; beim Absterben der Algen sinkt der Sauerstoffgehalt weiter.
  • Schädlinge: Am Ufer entsorgte Reste locken Ratten und Ungeziefer an.
  • Verstopfung: Öle, Fette und Speisereste verstopfen Abwasserleitungen.

Plastik und anderer Müll sind tödlich für Tiere, da sie sich darin verfangen oder es fressen. Plastik zerfällt zu Mikroplastik und gelangt in die Nahrungskette. Viele Abfallarten, besonders Kunststoffe, zersetzen sich nicht und bleiben Jahrzehnte als Verschmutzung erhalten.

Essensreste gehören in den Biomüll, Abfall in die Restmülltonne – niemals in den Abfluss oder in die Natur!

Lärm und laute Musik vermeiden

Lärm ist für viele Tierarten lebensbedrohlich: Er schädigt das Gehör, verursacht Stress, stört die Kommunikation und Nahrungssuche. Fische, Amphibien und andere Seebewohner leiden unter chronischem Stress, und werden aus ihrem Lebensraum vertrieben. Vögel singen lauter oder höher, was sie Energie kostet, und Wildtiere sind häufiger in Alarmbereitschaft. Besonders unter Wasser überträgt sich Schall weit und beeinträchtigt die Sinneswahrnehmung von Fischen und Säugetieren. Neben Gehörschäden reduziert Lärm die Fähigkeit, Fressfeinde zu erkennen und gefährdet das Überleben.

Lärmschutz ist somit ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz und zum Erhalt des ökologischen Gleichgewichts!

Die Verbreitung der Quaggamuschel verhindern

Die Quaggamuschel (Dreissena rostriformis bugensis) gilt als eine der gefährlichsten invasiven Arten für deutsche Binnenseen. Sie verändert bestehende Lebensgemeinschaften, verdrängt heimische Arten, beeinträchtigt die Fischerei und verursacht hohe Kosten in der Wasserwirtschaft.

  • Sie vermehrt sich massenhaft (bis zu 25.000 Tiere pro Quadratmeter) und besiedelt den Seegrund.
  • Sie filtert große Mengen Plankton, wodurch Jungfischen Nahrung fehlt.
  • Die Muschel verdrängt andere Arten, selbst die Zebramuschel, und kann auch auf weichem Untergrund leben.
  • Wirtschaftlich verursacht sie hohe Wartungskosten, da sie Rohre und Anlagen verstopft.
  • Uferbereiche werden zu Muschelfeldern, was die Verletzungsgefahr für Badegäste erhöht.
  • Fischernetze werden beschädigt und schwerer einholbar.

Die Quaggamuschel breitet sich rasant aus – etwa im Bodensee und auch in bayerischen Gewässern wie dem Chiemsee. Experten gehen davon aus, dass sie nach ihrer Ausbreitung kaum noch zu bekämpfen ist.

Tipp: Reinigt und trocknet Boote, SUPs, Neoprenanzüge und Badekleidung nach Benutzung in betroffenen Seen gründlich, bevor ihr sie in anderen Gewässern verwendet!


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