Stellungnahme zur angeregten Überprüfung des Kanalrings um den Wörthsee

Der gemeinsame Antrag der GRÜNEN und WörthseeAktiv, wurde rechtzeitig vor der nächsten Vegetationsperiode gestellt. Ziel des Antrages war und ist, bei der AWA Ammersee geeignete Maßnahmen anzuregen, um den See vor zusätzlichen Phosphateinträgen bei Starkregenereignissen zu schützen, um eine Algenblüte in der kommenden Badesaison möglichst zu verhindern.

Dabei wurde von uns fälschlicher Weise, der Begriff „Ringkanal“ verwendet. Besser wäre wohl die Bezeichnung Kanal-Ring gewesen. Konkret beschreibt es die AWA so:

„Die Sammelleitungen um das östliche Ammerseeufer, um den Pilsensee und Wörthsee sind die topografisch gesehen am tiefsten gelegenen Kanäle. Hier befinden sich die leistungsstärksten Pumpwerke der AWA-Ammersee, die das Abwasser weiter Richtung Kläranlage befördern.“

Quelle (Text und Kartenausschnitt): AWA Ammersee Wasser- und Abwasserbetriebe gKU, zuletzt besucht 11.02.2026

Lila: Mischwasserkanal, Ocker: Schmutzwasserkanal, Rot/Grün: Pumpstationen lt. AWA Ammersee

Diese Sammelleitungen ziehen sich also in verschiedenen Abschnitten um den ganzen Wörthsee. In Steinebach handelt es sich – laut der Homepage der AWA – um einen reinen Schmutzwasserkanal, jedoch kommt aus Etterschlag und Waldbrunn ein Mischwasserkanal. Auch zwischen Walchstadt und Bachern ist nur ein Mischwasserkanal eingezeichnet der dann, anscheinend ebenfalls im Mischsystem, alle Abwässer rund um den Wörthsee weiter nach Inning leitet.

Tatsache ist: Es gibt bisher bei Starkregen Schmutzwassereinträge in den Wörthsee. Die Ursachen sollten von der AWA gesucht und behoben werden. Das ist keine Schuldzuweisung, sondern eine längst fällige Maßnahme zum Schutz unseres Sees. Denn klar ist ebenso: Auch die „reinen“ Schmutzwasserkanäle bekommen bei Starkregen soviel Regenwasser zugeführt, dass sie offenbar an ihre Kapazitätsgrenze kommen.

Die indirekte Unterstellung aus der Fraktion der Freien Wähler, diesen dringenden Antrag zum Seeschutz nur zu stellen, um Aufmerksamkeit im Wahlkampf zu erregen (vgl. Starnberger Merkur, Printausgabe vom 11.02.2026, Seite 41), sagt eigentlich nur etwas über die Einstellung der Freien Wähler selbst aus. Wir Grünen pausieren die Sachpolitik nicht, um uns einem „Kampf“ zu stellen, sondern suchen konstruktive Lösungen mit allen Beteiligten. Deshalb wurden die Anträge auch parteiübergreifend mit WörthseeAktiv gestellt, deren Gemeinderat Peter Hopmann bei den Gesprächen mit der AWA vor Ort war.